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ESport ist Sport – Gründe für diese Meinung

ESport ist Sport – Gründe für diese Meinung

Immer wieder entbrennt in Deutschland die Debatte, ob sich bei eSport um Sport handelt. Oftmals ist immer wieder zu hören: „Sport bedeutet körperliche Ertüchtigung und Bewegung“. Quellen für diese Aussagen hört man nicht. Das ist auch der Hauptgrund, warum bisher eine Anerkennung nicht möglich war. Doch ist der Einwand begründet und bedeutet Sport wirklich nur Bewegung?

 

Sport ist gleichzusetzen mit Bewegung – ein Irrtum

Sport ist Bewegung. Das wird dem Begriffsursprung aber nicht gerecht. (Bildquelle: Pixabay)
Sport ist Bewegung. Das wird dem Begriffsursprung aber nicht gerecht. (Bildquelle: Pixabay)

Sport ist eigentlich ein sehr einseitiger Begriff. Turnen, Fußball, Jogging oder Muskelaufbautraining wird als Sport bezeichnet. Das wird aber der Wortbedeutung nicht gerecht. Es existiert nämlich keine Definition, die das aussagt. Der Begriff wird eher vage und unpräzise in der einschlägigen Literatur verwendet. Viele andere Kernaspekte stehen eher im Vordergrund. Schauen wir uns eine englische Definition an.

„Guttmann accordingly reaches the conclusion that sports can be defined as organized contests of a playful, non-utilitarian character in which the physical demands outweigh the intellectual components. Barry McPherson et al. (1989) provide a similar, though slightly different definition of sport. First, sport, they say, is structured, meaning that even the most informal forms – e.g. children playing soccer in the street or baseball in the park – are governed by rule of some kind, while the more formal forms – e.g. the Football World Cup – are ‘highly structured’ in the sense of being controlled by large bureaucratic organizations. Second, they say that sports are goal-oriented, meaning that they are directed towards achievement and that, whatever the particular goals or standards the participants may be striving to achieve, the criteria for determining success and failure are usually clear. Third, sport is competitive and contest-based, whether the contest involves just individual competitors or teams. Finally, sport, they say, is ‘ludic’, a term derived from the Latin word, ludus, meaning ‘play’ or ‘game’ (Homo Ludens). Sports, therefore, are structured, goal-oriented, competitive forms of play.“ (Quelle: Sage Dictionary of Sport Studies)

Es werden ebenfalls andere Punkte erwähnt, die den Begriff näher beschreiben und die Entstehungsgeschichte des Wortes erläutern.

The word ‘sport’ they note, is derived from the Anglo-French ‘desporter’, and emerged in the English language in the seventeenth and eighteenth centuries in conjunction with a quite specific change of structure, function and meaning; i.e. the greater stress on notions such as fair play, respecting one’s opponents, abiding voluntarily by rules and not cheating (sportization and parliamentarization). (Quelle: Siehe oben)

 

Eckpfeiler des Sportbegriffes

Ich möchte noch einmal einen kurzen Überblick über den Begriff „Sport“ geben für all diejenigen, die Probleme mit der englischen Sprache haben. Das sind die wichtigsten Aspekte von Sport

  1. Physische Anforderungen sind wichtiger als die intellektuellen Komponenten
  2. Sport besitzt eine Struktur
  3. Zielorientiert
  4. Wettkampfbasiert
  5. Spielerisch

Das sind die wichtigen Eckpfeiler der Definitionen. Im Hinblick auf eSport treffen definitiv alle Punkte zu. Manche werden jetzt argumentieren, dass eSport nichts mit der Physis zu tun hat. Das ist jedoch FALSCH! Die Physis richtet sich auf körperliche Reaktionen und Anforderungen. Warum ist das so? Schauen wir uns nun ein Zitat dazu von Ingo Froböse an.

„Für den Professor an der Deutschen Sporthochschule in Köln ist E-Sport ein Sport, weil er auf Wettbewerb ausgerichtet ist und viele biologische und körperliche Reaktionen zeige, die man auch im klassischen Sport finde – beispielsweise erhöhte Herzfrequenzen, Stressreaktionen, hormonelle Veränderungen. Außerdem brauche es kognitive Fähigkeiten, ein technisches und taktisches Verständnis und eine schnelle Reaktionsfähigkeit.“ 

Was bedeutet das genau für den eSport? Steht einer Anerkennung nun doch nichts mehr im Wege? 

 

Auswirkung auf die Debatte um die Anerkennung von eSport

Der eSport erfüllt alle Anforderungen für einer Anerkennung. Es ist spielerisch und zielorientiert, es gibt also immer einen Gewinner und einen Verlierer. Es baut ebenfalls auf den Wettkampfgedanken auf. Außerdem existieren sowohl in asiatischen als auch in westlichen Ländern Strukturen. Organisationen werden durch Sponsoren unterstützt, große Turniere werden ausgetragen und für jedes competitive Game existieren Regelwerke. Bei Verstößen werden die Spieler entweder angemahnt, bestraft oder sogar gesperrt. Die Physis ist ebenfalls involviert. Zwar nicht so sehr wie bei den klassischen Sportarten, aber das spielt keine größere Rolle. Bei allen Definitionen existiert keine Bestimmung des Bewegungsgrades. Außerdem wird nicht näher erläutert, ob mit physischen Anforderungen die reine Bewegung gemeint ist oder ob ebenfalls körperliche Auswirkungen und Involviertheit damit gemeint sind. Auch hier existiert kein einheitlicher Begriff.

Immer wieder bemängeln Politiker oder andere Verbände und Organisationen den fehlenden Sportaspekt. Nach der Historie und Begriffsbestimmung wird aber deutlich, dass auch eSport darunter fällt und daher anerkannt werden muss. In anderen Ländern ist das Anerkennungsverfahren längst durch und Gesetze werden entworfen. Gerade die asiatischen Länder spielen hierbei eine Vorreiterrolle. Ich frage mich, warum die Politik so lange gezögert hat. Liegt es an staatlichen Geldern, die dann für den Bereich bereitgestellt werden? Liegt es an der verstaubten Mentalität der älteren Generationen? Ich weiß es nicht. 

Nach der Erläuterung und dem Überblick über den Begriff steht nichts mehr im Wege. Ich hoffe, dass auch die älteren Generationen das endlich einsehen und den neuen Sport als solchen anerkennen. Die Zeit ändert die Gesellschaft und andere Sportarten werden salonfähig. Das muss akzeptiert werden. Schließlich wäre es ja auch langweilig, wenn alles beim Alten bleibt.

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