fbpx
eSport und die Macht der Medienkompetenz

eSport und die Macht der Medienkompetenz

Die Macht der Medien ist nicht zu unterschätzen. Im Bereich eSports ist das nicht anders. Jugendliche und junge Erwachsenen sind dem tagtäglich ausgesetzt und müssen Kompetenzen entwickeln, um diese zu reflektieren und kreativ zu nutzen. Unter dem Stichwort #medienkompetent startete die Gruppe denkst eine Blogparade, an der ich gerne teilnehme.

 

eSport als Medium

Mithilfe der Schulung von Medienkompetenz kann noch leichter zwischen Realität und der virtuellen Welt unterschieden werden (Bildquelle: Pixabay)
Mithilfe der Schulung von Medienkompetenz kann noch leichter zwischen Realität und der virtuellen Welt unterschieden werden (Bildquelle: Pixabay)

Im eSport spielt vor allem die Unterscheidung zwischen virtueller und realer Welt eine große Rolle. Dieser Punkt wird auch zum Beispiel immer wieder in den sogenannten „Killerspieldiskussionen“ genannt. Verliert ein Mensch die Wahrnehmung, dass ein Spiel nur etwas virtuelles ist, kann es fatale Auswirkungen auf die Realität haben. Im Fall der oben genannten Diskussion konnte jedoch kein Zusammenhang zwischen Aggressivität durch das Spielen von Gewaltspielen festgestellt werden. Die Jugend beziehungsweise die jungen Erwachsenen scheinen also in der Lage zu sein, beides bewusst zu trennen. Ein sachlicher und kritischer Umgang wird auch immer wieder von Spielern gepflegt und bewusst angestrebt.

Aggressivitätssteigerungen sind also ausgeschlossen. Andere Risiken bestehen dennoch. Computerspielsucht ist solch ein Thema. Was ist aber Computerspielsucht? Betroffene spielen den ganzen Tag und erleben nur noch Freude, wenn sie ein Ziel im Spiel erreicht haben. Ihr ganzes Leben dreht sich um das Game und sie vernachlässigen ihren Alltag. Möglicherweise wird auch viel Geld investiert, um erfolgreich zu sein oder kosmetische Änderungen im Spiel zu kaufen. Das Sozialleben kann ebenfalls darunter leiden. Freunde und Familie werden vernachlässigt, weil die Zeit mit ihnen könnte in das Spiel investiert werden und auch der Verlust des Arbeitsplatzes kann eine Folge davon sein. Die Probleme die sich aus all dem ergeben, dürfen nicht unter dem Tisch gekehrt werden.

 

Schulung der Medienkompetenz für Eltern und Erwachsene

Erwachsene, die bisher noch keine Berührungspunkte mit eSports-Titeln haben, stellen Games als etwas fürchterliches dar. Sie haben die Befürchtung, dass ihr Kind dadurch verdorben wird. Meist lassen sie sogar die Alterseinstufungen außer Acht, obwohl ein Kind nicht an ein USK 18 Titel gelangen kann. Außerdem sind Eltern in der Pflicht, wenn sie ihr Kind an einer Konsole oder PC spielen lassen. Sie müssen darauf achten, dass sie keine Games konsumieren, die nicht für ihr Alter bestimmt sind und müssen auch ihr Kind selbst erzieherisch und sachlich schulen, warum zum Beispiel ein USK 18 Spiel nichts für 12-jährige Kinder ist.

Das beliebteste Beispiel von Eltern ist immer Counterstrike. Spieler schalten Gegner aus, indem sie Waffen nutzen. Was viele jedoch vergessen: CS:GO darf  erst gar nicht in Kinderhände gelangen, weil es dafür gar nicht geeignet ist. Genauso verhält es sich mit vielen anderen Spielen. Das Argument ist damit nicht mehr haltbar. Dennoch bestehen Zweifel und Vorurteile.

Aus diesem Grund fand im Jahre 2009 eine Eltern-Lan statt. Das Motto war „zusammen spielen“. Die Eltern und Erwachsenen wurden pädagogisch betreut und konnten in diesem Rahmen die Games anspielen. Berührungsängste wurden dadurch abgebaut und sie konnten erkennen, dass es gar nicht schlimm ist, diese Spiele zu spielen. Die meisten waren danach sogar der Ansicht, dass die Games vollkommen in Ordnung sind. Es mag zwar nichts für sie sein, was sie selbst zocken würden, aber ihre Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet.

 

Angst abbauen mit Hilfe von Medienkompetenz

Die Bundeszentrale für politische Bildung befasst sich auch mit dem Thema eSport. (Bildquelle: bpb)
Die Bundeszentrale für politische Bildung befasst sich auch mit dem Thema eSport. (Bildquelle: bpb)

Die Veranstaltung war einmalig in Deutschland und fand so vorher nicht statt. Es existieren zwar bis heute solche Schulungen, aber diese sind eher unbekannt. Dennoch befassen sich viele Organisationen mit dem Thema und schreiben das auf ihre Agenda. Welche Firmen befassen sich damit?

  • Turtle Entertainment – Organisator der ESL
  • Fachhochschule Köln – Projekt „Spielraum“, Institut zur Förderung der Medienkompetenz
  • Spieleratgeber NRW
  • Bundeszentrale für politische Bildung
  • BIU / game

Gerade das Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung ist hierbei nennenswert. Sie bieten Informationsmaterial an, damit Eltern sich mit den Medien der Kinder, und auch mit dem Thema eSports, auseinandersetzen. Außerdem existieren eSport-Schulmeisterschaften, die nochmal das Thema aufgreifen und die Nutzung im Rahmen der Medienerziehung mit pädagogischen Lehrkräften vorstellen.

 

Die Zukunft von eSportler

Jeden Tag wird ein potentieller eSportler geboren. Das mag überspitzt klingen, entspricht aber der Realität. ESports boomt und wird bis 2021 ein Milliardenmarkt sein. Wie es danach aussieht, ist bislang unklar, aber im Gespräch ist schon, dass es eine deutliche Konkurrenz zu beliebten Sportarten wie Fußball sein wird. Dementsprechend ist nicht ausgeschlossen, dass ein heutiges Baby oder kleines Kind später den Wunsch nach einem Pro Player-Dasein hegt. Wie wird also ein sachgerechter Umgang gewährleistet?

Bisher existieren dazu keine Richtlinien. Ein Vorschlag ist die Schulung zur Thematik „Medienkompetenz und eSport/Gaming“ unter kontrollierten Bedingungen. Das stellt einen altersgerechten Umgang sicher. Die Besprechung von Risiken und Aussichten werden in einem pädagogischen Rahmen besprochen. Eltern erhalten Materialien, damit sie ihre Befürchtungen ablegen und Kinder lernen, wie sie ihre Leidenschaft risikoarm ausleben können. 

Medienkompetenz ist allgemein ein sehr ausführliches Thema. Das umfasst zum Beispiel den TV-Konsum oder social media. Es ist daher wünschenswert, wenn innerhalb der Schule Stunden eingerichtet werden, die sich genau mit diesem Zeitgeist befassen. All das ist nicht mehr wegzudenken, aber zu tabuisieren, zu verschweigen oder mit Vorurteilen zu belegen ist nicht zielgerichtet. Die jungen Menschen haben nun einmal andere Prioritäten, Vorstellungen und nutzen diverse Medien, die noch vor 10 Jahren in den Kinderschuhen steckten oder erst gar nicht existierten. Ein bewusster Umgang kann jedoch Ängste vermeiden oder verringern und die Jugend lernt, wie sie richtig mit den jeweiligen Medien umzugehen haben.

Bitte folge und like meine Seiten:

Schon in der Kindheit mit Games angefixt, wildere ich seit einiger Zeit in der eSport-Szene. Hearthstone, League of Legends und CS:GO sind meine Jagdreviere, in denen ich aktiv bin. Dennoch verfolge ich die gesamte eSport-Landschaft auch gerne passiv als Zuschauer. Mein größter Traum ist, einmal die Stimmung vor Ort in Katowice zur IEM einzufangen und mitzuerleben.

20 Replies to “eSport und die Macht der Medienkompetenz”

    1. Ja, viele Organisationen haben sich das Thema eSports auf die Fahne geschrieben. Gerade im Hinblick auf Medienkompetenz von jung und alt sehr gut und wichtig. Stichwort: Vorurteile, aber auch Risiken, die durchs Gaming entstehen können.

      Liebe Grüße,
      Mandy

  1. Das Thema ist sicherlich sehr spannend und wichtig – unabhängig von E-Sport. Es wird uns in Zukunft immer begleiten, denn tendenziell werden wir immer mehr Medien nutzen. Wie du schon sagst, sind da natürlich die Eltern in der Pflicht, aber auch die Schule. Damit die Kinder auch gemeinsam mit anderen Kindern dazu sprechen und diskutieren können und das Ganze auf Augenhöhe stattfindet. Von den Eltern aus kommen viele Dinge einfach nicht so gut an 😉
    Viele Grüße,
    Emilie von LA MODE ET MOI

    1. Ja, das mit der Schule habe ich ja auch angedeutet mit dem pädagogischen Rahmen. Sowohl Kinder und Eltern brauchen da geschultes Personal, die bei Rat und Tat zur Seite stehen und Aufklärung leisten. Die Eltern kommen aber leider auch nicht umhin, sich selbst zu informieren und gegebenenfalls die Spiele auszuprobieren. Mit der USK-Einstufung erhalten Eltern auch schon einen guten ersten Eindruck, ob das Spiel überhaupt für das Kind geeignet ist oder nicht. Die Diskussion auf Augenhöhe finde ich ebenfalls gut. Nur dadurch wird ein fruchtbarer Austausch möglich.

      Liebe Grüße,
      Mandy

  2. Sehr spannendes Thema! Ich denke es ist für uns Eltern eine Herausforderung, da unsere Kinder in einer anderen Welt aufwachsen als wir. Mit eSports habe ich ehrlich gesagt auch nicht viel am Hut und kenne mich da Null aus. Aber davon auszugehen es ist alles schlechter oder „gefährlich“ ist falsch. Ich finde auch man sollte sich informieren und einen bewussten Umgang mit Medien fördern anstatt alles zu verteufeln oder komplett verbieten zu wollen. Wichtig ist informiert zu bleiben, was die Kinder bewegt und womit sie sich so intensiv beschäftigen.

    1. Genau diesen Ansatz finde ich auch super. Klar gibt es Dinge, die erst einmal skeptisch begutachtet werden. Auch ich bin von manchen Trends in meinem ja doch noch jungen Alter nicht begeistert. In dem Fall kommt man nicht umhin, sich zu informieren und zu schauen, warum es gerade Trend ist und sich erst nach ausführlicher Recherche eine fundierte Meinung zu bilden. Eben einen bewussten Umgang mit so manch fremden Medien zu fördern. Ich finde deinen Kommentar sehr gut und genau den Standpunkt vertrete ich auch.

      Liebe Grüße,
      Mandy

  3. So ein klasse Artikel 😍

    Mir gefällt es, wie ruhig du dich mit dieser manchmal aufgeladenen Denatte auseinander setzt und hier auch einmal die andere Seite der Medaille betrachtest.

    Meistens wird ja nur verteidigt, das Spiele keine Killerspiele sind und Endender Geschichte.

    Ich fand es klasse zu lesen, warum manchen Eltern die Games nicht ganz geheuer sind und auch, dass du gleich schöne Ansatzpunkte zur Entspannung der Diskussion genannt hast.

    Ein super zu lesender Artikel 👍🏼

    1. Ich habe auch schon meine Meinung zum Thema Gewaltspiele niedergeschrieben, finde es aber dennoch auch wichtig, nicht zu verharmlosen. Auch Gaming hat seine Schattenseite, die nicht einfach außer Acht gelassen werden darf. Auf der anderen Seite sollte nicht nur Panikmache betrieben werden. Nur durch einen konstruktiven Austausch – der Bildung von Kindern UND Eltern in dem Punkt umfasst – kann ein bewusster Umgang gefördert werden. Die Ängste der Eltern wurden auch zum Teil durch komplett falsche Medienberichte geschürt und das über viele Jahre. Das natürlich bestimmte Klischees oder Vorurteile entstanden sind, ist ein (leider) vollkommen normaler Prozess. Sowohl Pro und Contra aufzuführen und eine inhaltliche Diskussion anzustoßen kann genau das alles beseitigen.

      Vielen Dank für dein liebes Feedback! 🙂

      Liebe Grüße,
      Mandy

    1. Genau so finde ich das auch richtig. Schulung der Kinder, was Gaming angeht, aber eben auch die Kontrolle, ob die „Schulung“ der Kinder wirklich gefruchtet ist und wirklich nur altersgerechte Games gezockt werden.

      Liebe Grüße und vielen Dank für das Kompliment!
      Mandy

  4. Ein toller Bericht. Ich bin bei dem Thema so hin- und hergerissen. Esports gehört sicher zu unserer Zeit und weder Kinder noch Eltern koennen und sollten sich dem Thema verschließen. Ich erlebe bei meinem großen Kind aber, dass auch altersgerechtes spielen dafür sorgt, dass sich weniger in der realen Welt getroffen wird. Ich finde das super schade.
    Liebste Grüsse
    Anja von https://pinkshape.de

    1. Diese Pro und Contra-Betrachtungsweise finde ich aber gut. Alles hat seine Schattenseiten, auch das Thema Gaming/eSport. Jedoch wird auch durch das kompetitive Zocken soziale Bindungen gefördert. Sei es über Voicechats oder anderen Programmen. Ich glaube, die Zeit hat sich gewandelt. Damals ging es nicht anders: Wollte man einen Freund sehen, musste man bei Wind und Wetter eben raus, auch wenn man keine Lust hatte. Heutzutage zockt man zusammen, auch wenn sich beide nicht im selben Raum/Wohnung befinden. Es ist ein anderer Umgang, das ja, aber ob das schlecht ist?

      Liebe Grüße,
      Mandy

  5. Esport kommt immer mehr in Mode und mittlerweile haben auch die Fernsehsender Wind bekommen, dass man damit gutes Geld verdienen kann. Allerdings glaube ich, so wie du beschrieben hast, man eben den Bezug nicht zur realen Welt verlieren darf. – Da muss aber an beiden Seiten daran gearbeitet werden, sowohl Eltern als auch Kinder.

    Alles Liebe,
    Julia
    https://www.missfinnland.at

    1. Genau diese Meinung vertrete ich auch. Eltern, aber auch Kinder, müssen geschult werden. Sei es durch Pädagogen, speziellen Events, Schulveranstaltungen oder ähnlichem. Beide Seite kommen nicht umhin, sich wirklich mit Pro und Contra des Themas auseinanderzusetzen.

      Liebe Grüße,
      Mandy

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere