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ESportler sind alle dick und unsozial – Einspruch

ESportler sind alle dick und unsozial – Einspruch

Immer wieder werden eSportler als dick, faul und unsozial beschrieben. Entspricht das aber der Realität? Sind sie wirklich so, wie behauptet wird? Und wenn nicht, wie sieht die Wahrheit dann aus? Das erfahrt ihr in meinem Blogartikel! Wenn er euch gefällt, hinterlasst mir gerne einen Kommentar!

 

Das Drama nimmt seinen Lauf – die Entstehung des Klischees

Was sagt das Klischee eigentlich aus? Gamer sind dick, haben keine Freunde, ihr bester Freund ist der Pizzabote und Hygiene? Das ist für sie ein Fremdwort. Wenn sich der Typ Gamer dann doch mal dem Tageslicht aussetzt, wird er mit einer blutrünstigen und mordlustigen Bestie gleichgesetzt. Das war zumindest immer die geläufige Meinung und die hält sich leider auch bis zum heutigen Tag hartnäckig.

Das Schlimmste daran ist, dass sie Gamer damit angreifen und mit Vorurteilen konfrontieren, die nicht zutreffen. Leider ist ihnen das nicht bewusst und verbreiten diese Klischees immer weiter. Dieser Grund bewegt mich dazu, all das aufzugreifen und einem Realitätscheck zu unterziehen. 

 

Die Realität eines ESportler

Professionelle eSportler spielen sehr viel. Das ist ein Fakt. Dennoch sind die meisten Spieler weder dick noch unsozial. Ausnahmen existieren zwar, aber schauen wir uns zur Verdeutlichung ein paar Bilder an.

csgo_cloud9_team

(Copyright: Alle Bilder unterliegen dem Urheberrecht der  jeweiligen Teams von Fnatic, Cloud9, Team Vitality, Schalke 04, Misfits und Royal Never Give Up)

Auf den Bildern ist sehr gut zu erkennen, wie die Realität aussieht: Alles sehr schlanke, athletische bis durchtrainierte Spieler. Das ist natürlich nur eine Auswahl, aber es verdeutlicht sehr gut, das egal ob Asiate, Europäer oder Amerikaner, alle sehr auf ihre Figur achten. Durch die Organisation und den Teams wird  Sportlichkeit ebenfalls gefordert und gefördert. Gesunde Ernährung gehört zum Alltag und ein Trainerstab kümmert sich um das Wohlbefinden und der Gesundheit der jungen Menschen.

ESport wird auch immer wieder von Experten mit Leistungssport gleichgesetzt. Ja, zwar rennen eSportler keinen Marathon, aber es gehen dieselben körperlichen Vorgänge vonstatten wie bei traditionellen Sportarten. Stresshormone steigen an, die Hand-Augen-Koordination ist vonnöten, die Herzfrequenz steigt an, ganz zu schweigen von anderen kognitiven Fähigkeiten und sowohl technisches als auch strategisches Verständnis.

Das Klischee ist also unter dem Strich definitiv nicht haltbar. Warum hält es sich dann noch so hartnäckig? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. 

 

Alle eSportler sind unsoziale Wesen

Das nächste Klischee befasst sich mit der sozialen Natur von Gamern. Immer wieder heißt es, dass wir im Keller leben, die Öffentlichkeit scheuen und auch keine Freunde haben. Ich bin immer wieder sehr verwundert über dieses Klischee. Die meisten von uns gehen entweder zur Schule, Universität oder arbeiten. Gamer sind im ständigen Austausch mit ihrer Umwelt. Egal ob das Schulfreunde, Kommilitonen oder die Arbeitskollegen sind. Bei eSportlern ist das nicht anders. Sie spielen meist in Teams zusammen, sind eng miteinander befreundet und sind auch auf diversen Events und Freizeitveranstaltungen, bei denen sie immer wieder neue Menschen kennenlernen. Auch sie sind ganz normal auf Parties oder in Bars anzutreffen.

In dem Kontext wird auch immer wieder gemeint, dass sexuelle Kontakte nicht stattfinden. Auch dies ist nicht wahr. Ein bekannter Fall dreht sich um den ehemaligen Caster Mitch ‚Krepo‘ Voorspoels und den beiden Pro Player Martin ‚Rekkles‘ Larsson und Fabian ‚Febiven‘ Diepstraten. Alle hatten sexuellen Kontakt mit verschiedenen Frauen. An die Öffentlichkeit kam es nur, weil sich der Streamer Gross Gore öffentlich dazu äußerte. Daran lässt sich schon gut erkennen, dass auch die Spieler keine Kostverächter sind und ein ganz normales Leben führen wie jeder anderer Mensch. Das sie sonst ihr Sexualleben nicht in der Öffentlichkeit ausbreiten ist normal. Das machen die meisten von uns nicht.

 

ESportler – Killer auf zwei Beinen

Das dritte Vorurteil behandelt die Killerspielthematik. Jeder Spieler, der gewaltverherrlichende Spiele zockt, wird zum Mörder oder gar zum Amokläufer oder hat zumindest eine stark erhöhte Tendenz dazu. Das soll dem geschuldet sein, weil zum Beispiel in Games wie in CS:GO den Gegnern in den Kopf oder Körper geschossen wird. Laut der gängigen Meinung soll das die Spieler abstumpfen und zu aggressiven Mitmenschen mutieren lassen.

In einer erst kürzlich veröffentlichten Studie der Universität Hamburg wurde dem Klischee den Wind aus den Segeln genommen. Sie wiesen ganz klar darauf hin, dass kein Zusammenhang zwischen Gewaltspielen und aggressivem Verhalten nachweisbar ist. Es war eher zu erkennen, dass von vornherein antisoziale und gewaltbereite Menschen eher zu Gewaltspielen griffen. Was ist damit gemeint? Durch Misshandlung und Missbrauch in der Familie, Mobbing und Ausgrenzung kann eine antisoziale Ader hervorgerufen werden. Manche bewältigen dann diesen Frust und die schlimmen Erlebnisse in Bücher, Filmen oder eben Videospielen. Sie leben also damit ihre Fantasien aus, wenn welche bestehen. Das aber Videospiele ein solches Verhalten erzeugen ist damit widerlegt.

Ein abschließender Punkt zu dem Klischee ist auch, dass es sehr viele ambitionierte Spieler und Pro Player im Bereich von zum Beispiel CS:GO gibt. Keiner davon ist in der Vergangenheit wegen Gewalt in Erscheinung getreten. Es sind ganz normale Menschen, wie die Nachbarn von nebenan. Sehr sozial, sehr normal, haben nur einen anderen Beruf oder Hobby als viele andere Menschen.

 

ESportler sind normale Menschen

Mit diesem Artikel wollte ich alle Vorurteile ausräumen beziehungsweise aufklären, wie die Realität aussieht. Mir ist zwar bewusst, dass es immer noch Personen geben wird, die über Videospieler schimpfen, aber  nur durch Aufklärung kann eine Veränderung im Denken herbeigeführt werden. 

Gamer und eSportler sind ganz normale Menschen wie du und ich. Nur weil sie ein anderes Hobby als die Mehrheit pflegen, heißt es nicht, dass sie unsoziale Wesen sind, die fett und faul sind. Vor allem Pro Player sind ambitionierte und fleißige Menschen, die 12 Stunden aufwärts pro Tag für ihren Job trainieren. Das auch mal zu ehren würde ich mir von der Gesellschaft wünschen. Vielleicht wird es ja bald soweit sein. Ich wünsche es mir sehr.

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10 Replies to “ESportler sind alle dick und unsozial – Einspruch”

  1. Auch ich bin der Meinung, dass diese Klischees längst überholt sind. Zeiten ändern sich nun mal und heutzutage ist auch diese Sparte zu einem ernstzunehmenden Job geworden (dem die eSportler auch mit Sicherheit gewissenhaft nachgehen bzw. auch müssen um damit Geld zu verdienen).

    Liebst,
    Jacky

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar! Ja, dass ist wirklich ein knochenharter Job. Es klingt verlockend, 12 Stunden zu spielen. Aber mit Analysen zusammen mit Trainern, Taktikbesprechungen und dem Druck, gut zu sein, sieht das alles ganz anders aus. Hinzu kommen noch die sportlichen Ertüchtigungen, die von den Teams/Organisationen gestellt werden und vieles mehr.

      Liebe Grüße,
      Mandy

  2. Ich beobachte das Phänomen jetzt schon etwas länger und es ist halt wirklich einfach Leute in eine Schublade zu stecken. Das ist genau dasselbe wie Dartspieler – die werden auch sehr leicht in eine Schublade gesteckt, als Säufer oder eben, dass es kein richtiger Sport ist. Man sollte sich halt zuerst mal mit dem Thema auseinandersetzen bevor man wirklich darüber urteilt.

    Alles Liebe,
    Julia
    https://www.missfinnland.at

    1. Stimmt, dass Klischee mit den Dartspielern ist mir auch bekannt. Ich finde es nur immer wieder schade, dass Personen es sich einfach machen und auch nicht ihre Vorurteile hinterfragen. Schubladendenken ist ja eine menschliche Eigenschaft, aber diese aktiv zu hinterfragen ist für vielen wohl relativ schwer. Sehr schade.

      Liebe Grüße,
      Mandy

    1. Ja, Klischees sind in jeder Branche oder bei jedem Beruf zu finden. Deswegen finde ich immer Aufklärung super. Skispringer sind ja z. B. auch mit dem Klischee behaftet, magersüchtig oder bulimiekrank zu sein, damit sie sehr leicht in der Luft liegen. Natürliche Schlankheit kommt für viele nicht in Betracht… schade.

      Sehr liebe Grüße,
      Mandy

  3. Hihihi, ich hab echt so lachen müssen! Du hast ja so recht! Aber was hab ich unseren großen Sohn (heute 25 Jahre jung) vom Rechner weg auf die Straße gejagt! Heute nennt man es ESport. Ich hab diese Vorurteile total im Kopf, denn ich hatte sie ja auch. Schön, dass Du damit aufräumst. Denn ich hab das im Fernsehen verfolgt und gesehen, hätte ich den Großen mal gelassen, dann wäre er heute ESportler. Naja, er ist auch so was geworden. Aber alles stimmt. Es sind keine Amokläufer oder vereinsamte Chips essende fette Menschen. Im Gegenteil, sie achten sehr auf Ausgleich. Das sollte manch Büroarbeiter sich mal zu Herzen nehmen. Und sie können sich besser konzentrieren, auch länger.

    Lieben Gruß, Bea.

    1. Vielen Dank erst einmal für das Kompliment! Vorurteile an sich hat jeder Mensch, auch ich habe diese. Wichtig ist, zu erkennen, dass es unbegründet ist und man daran arbeiten will. Vor 10 oder 20 Jahre war ja auch das Umfeld noch ein ganz anderes als es heute ist. Heute hat es einen Namen, ist bald eine milliardenschwere Industrie und viel professioneller als damals. Auch die Ausgleichsschaffung im Profibereich ist heutzutage ein ganz anderes als noch vor 10 Jahren. All das führte zu vielen Veränderungen. Wobei schon immer von einzelnen Personen – also z. B. der dicke, unsoziale Gamer – auf alle geschlossen wurde. Stereotypendenken eben.

      Gerade deine letzten drei Sätze finde ich sehr gut und kann ich so unterschreiben. 🙂

      Liebe Grüße,
      Mandy

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