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Gewaltspiele auf der Anklagebank – Freispruch

Gewaltspiele auf der Anklagebank – Freispruch

Immer wieder stehen Gewaltspiele im Mittelpunkt von Diskussionen. Spätestens nach einem tragischen Amoklauf werden Verbindungen zu Videospielen gezogen und immer wieder an den Pranger gestellt. Sie sind für solche Entartungen der Täter verantwortlich und gehören verboten beziehungsweise indiziert. Doch entsteht wirklich ein psychischer Schaden durch Gewaltspiele? Viel Spaß beim Lesen und folgt mir, wenn euch der Artikel gefällt!

 

Normale Kinder werden durch Gewaltspiele zu aggressiven Mitmenschen

Kinder werden durch Gewaltspiele zu schrecklichen Handlungen aufgefordert. Das war die bisherige Annahme. (Bildquelle: Pixabay)
Kinder werden durch Gewaltspiele zu schrecklichen Handlungen aufgefordert. Das war die bisherige Annahme. (Bildquelle: Pixabay)

Genau diese Überschrift hat man über viele Jahre lang in allen möglichen Magazinen, angesehenen Tageszeitungen oder im TV gelesen oder gehört. Immer wieder beriefen sie sich auf Studien aus der Vergangenheit. Jugendliche werden durch den Konsum von Gewaltspielen zu aggressiven Handlungen aufgefordert. Deckt sich das aber mit der Realität?

Nein. Es existieren zwar Studien zu dem Thema, aber es konnte kein direkter Zusammenhang festgestellt werden. Es wurde sogar oft genug eingeräumt, dass die eigene Persönlichkeit eine große Rolle spielt. Im Detail bedeutet das folgendes: Wer eine aggressive oder sogar antisoziale Natur besitzt, greift in der Freizeit vermehrt auch zu solchen Spielen. (Quelle: Süddeutsche Zeitung)

Zwar wollte man einen konkreten und direkten Bezug auch bei normalen Kindern feststellen, aber die Forscher gaben zu, dass auch andere Faktoren im Leben eines Menschen das Verhalten und die Entwicklung beeinflussen. Also selbst bei normalen Kindern, die später aggressives Verhalten an den Tag legten, konnte man nicht direkt sagen, ob die Gewaltspiele wirklich dafür verantwortlich sind. Die Forscher gehen davon aus, aber sind wir mal ehrlich: Ergebnisse können so hingebogen werden, wie man es erwartet. Das trifft vor allem bei solchen Experimenten und Forschungsstudien zu, bei denen genug Raum für Spekulationen und Erklärungen möglich ist. Andere Faktoren für aggressives Verhalten sind zum Beispiel folgende: Mobbing in der Schule, häusliche Gewalt oder Missbrauch oder ein traumatisches Ereignis. 

 

Donald Trump, Thomas de Maizière, Heiko Maas und Konsorten – Wunsch nach Verbot von Gewaltspielen

Immer wieder wünscht sich unsere Obrigkeit vor allem eins: das Verbot von Gewaltspielen. Sobald jemand Amok läuft stehen immer Games im Fokus. 

„Das unerträgliche Ausmaß von gewaltverherrlichenden Spielen im Internet auch eine schädliche Wirkung auf die Entwicklung von Jugendlichen hat. Das kann kein vernünftiger Mensch bestreiten“, sagte de Maizière

Auch Trump prangert immer wieder Gewaltspiele an. Auf dem offiziellen Channel des Weißen Hauses wurde erst vor kurzem ein Video publiziert, dass sich damit befasst. Dennoch werden nur unzusammenhängende Szenen aus Spielen gezeigt ohne eine Beschreibung. Trump appelliert an die Öffentlichkeit und meint, dass genau solche Spiele die Kinder negativ beeinflusst und Monster damit erschafft. Das sich solche Videos beziehungsweise Spiele aber definitiv nicht an Kinder richten, versteht sich eigentlich von selbst. (Quelle: Spiegel Online)

Und auch unser Außenminister, ehemaliger Justizminister, äußerte sich dazu. Eine sehr qualifizierte Meinung vertritt er jedenfalls… nicht.

Martin: Lieber Herr Maas, wie ist ihre Meinung zum Verbot von „Killerspielen“ und Aktivitäten wie Paintball?

Heiko Maas: Ich glaube nicht, dass diese Welt Killerspiele oder Paintball-Schwachsinn braucht.

Moderator: Also verbieten?

Heiko Maas: Ich hätte damit kein Problem.

(Quelle: Transkript aus dem Chatprotokoll von Politik Digital)

Warum wird aber immer wieder bei Gewalttaten auf „Killerspiele“ geschlossen? Die Gründe sind relativ simpel. Unter anderem sind diese Faktoren zu Rate zu ziehen: unzureichende Waffengesetze durch die Politik, Verherrlichung von Gewalt und schwierige soziale und gesellschaftliche Bedingungen. Ebenso spielt die Psyche des Täters eine Rolle. Wer schon labil ist oder sogar antisoziales und aggressives Verhalten von Natur auf aufweist, greift vielleicht bei Problemen und Konflikten eher zur Waffe als andere. All die genannten Punkten haben aber definitiv nichts mit den bösen Killerspielen zu tun.

 

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4 Replies to “Gewaltspiele auf der Anklagebank – Freispruch”

  1. Also ich persönlich finde Gewaltspiele schlimm und sehe als Psychologin sehr wohl einen Zusammenhang zwischen dem Verhalten von Jugendlichen und solchen Filmen. Meine eigenen Kinder wachsen hoffentlich so auf, dass sie von uns die notwendigen Werte vermittelt bekommen … und sich solche Spiele gar nicht anschauen wollen.

    Auf jeden Fall wichtig sich mit solchen Themen auseinander zu setzen!
    Liebe Grüße
    Verena

    1. Hallo Verena,

      selbstverständlich gehören solche Filme/Spiele nicht in die Hände von Kindern. Deswegen existieren unabhängige Unternehmen, die die Einstufung von Filmen/Spielen vornimmt. Es ist unverantwortlich, wenn z. B. ein Shooter in Kinderhände gelangt, die gar nicht dafür geeignet sind, weil sie viel, viel zu jung sind. Und es ist gut, dass du als Mutter darauf achtest, Kindern die richtigen Werte zu vermitteln. Das ist richtig und wichtig.

      Wichtig ist aber dennoch der Punkt, der bei der Studie in Hamburg rauskam: Es gab keinen Zusammenhang zwischen Aggressivität und Gewaltspielen. Nur wer schon vorher antisoziale Züge besaß, griff zu antisozialen Mitteln wie gewaltverherrlichende Spiele. Das ist eine wichtige Erkenntnis in der Debatte.

      Liebe Grüße,
      Mandy

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