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Karriere im eSport – Teil 1

Karriere im eSport – Teil 1

Viele junge Menschen träumen von einer Karriere im eSport. Die meisten stellen sich den Beruf als Pro Player als die Erfüllung ihrer Sehnsüchte vor. Neben dem aktiven Spielen existieren jedoch weitere Karrierewege in der Szene. Welche sind das? Im ersten Teil meines Wochen-Specials gebe ich euch einen kleinen Überblick über die Möglichkeiten, in der eSport-Szene aktiv zu werden.

 

Traumziel Pro Player

Als erstes stelle ich dir den naheliegendsten Beruf in der Branche vor: Pro Player. So einige Jugendliche stellen sich das sehr einfach vor. Vor allem sagen sie immer wieder, dass sie damit ihr Hobby zum Beruf machen. Den ganzen Tag zocken und dafür Geld bekommen? Ja, das klingt schon sehr verlockend. Sieht die Realität aber wirklich so aus?

Nein, ganz so einfach ist es leider nicht. Im Interview mit dem Kicker gab der Spieler Fabian „Exileh“ Schubert im letzten Jahr Einblicke in die Trainingszeiten von professionellen Gamer.

„Wir verbringen acht Stunden am Tag mit Scrims und Besprechungen,“ sagt Exileh.

Scrims sind eine Art Trainingseinheit mit anderen Teams, um neue Taktiken, Charaktere und Strategien zu testen. In den Besprechungen werden diese im Vorfeld und danach erläutert und verbessert beziehungsweise nachjustiert.

Das mag also auf dem ersten Blick nach einem ganz normalen Job zu klingen. Dennoch führt er den Trainingsplan weiter aus. Danach sollte die erste romantische Vorstellung erst einmal verflogen sein.

„Die meisten Spieler sind so diszipliniert, dass sie in ihrer Freizeit auch noch die restlichen acht Stunden trainieren und dann acht Stunden schlafen,“ erläutert Exileh. (Quelle der Zitate: Kicker eSport)

Das bedeutet, dass die Pro Player sage und schreibe 16 Stunden am Tag trainieren und dann gerade mal acht Stunden Schlaf haben. Wobei bei den Zeiten außerhalb des Trainings noch Zeit für die Körperpflege, Einkauf und Essen mit eingerechnet werden muss. Ein hartes Pensum für einen jungen Menschen.

Warum macht ein Jugendlicher das mit? Ganz einfach: Es nennt sich Passion. Dafür ist der Verzicht groß. Der Verzicht auf viele andere Annehmlichkeiten. Sie haben kaum Zeit für andere Hobbies, sind das ganze Jahr unter Stress, damit sie weiterhin ihr Skilllevel halten und stehen immer im Rampenlicht. Nur wer sich darüber im klaren ist, sollte ernsthaft eine Karriere im Pro Player-Bereich anstreben.

 

Jeder Pro Player braucht auch einen guten Coach

Jeder Pro Player braucht Coaches an seiner Seite, die ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. (Bildquelle: Pexels)
Jeder Pro Player braucht Coaches an seiner Seite, die ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. (Bildquelle: Pexels)

Coaches sind eine wichtige Ressource in der Szene. Auf sie zu verzichten ist unmöglich. Sie analysieren das Gameplay, entwickeln neue Strategien und halten regen Kontakt zu den einzelnen Spielern und dem Team. In den einzelnen Besprechungen spielen sie eine wichtige Rolle und sind eine tragende Säule vor den Spielen.  

Doch wie wird jemand Coach? Meist waren sie selbst einmal Pro Player, haben sich aber aus der aktiven Szene zurückgezogen. Zum einen, weil sie zu alt dafür sind und zum anderen, weil sie neuen Spieler die Möglichkeit geben wollen, professionell zu spielen. 

Ein Beispiel ist der Head Coach des amerikanischen League of Legends-Team Cloud 9. Bok „Reapered“ Han-gyu. In seiner aktiven Zeit spielte er für einige südkoreanische Teams wie MiG Blaze oder auch SK Telecom T1. Irgendwann ging er in die Pro Player-„Rente“ und zog nach Amerika um. Dort trainiert er seit Mai 2016 erfolgreich das Team von Cloud 9. 

Das ist nur ein Beispiel von vielen und soll verdeutlichen, wie der Weg aussehen kann. Als nicht-Pro Player den Karriereweg als Coach einzuschlagen ist schwierig. 

 

Caster – Moderation als neuer Karriereoption

Wer ein extrovertierter Typ Mensch ist und gerne im Rampenlicht steht, kann sich auch als Caster bewerben. Jedes Turnier wird von Moderatoren begleitet, die das Gameplay analysieren, Entertainment bieten und alle Spiele kommentieren.

Ein professionelles Beispiel sind die Caster von Riot Games. Darunter befinden sich ehemalige Pro Player, aber auch Moderatoren, die nur in ihrer Freizeit League of Legends spielen. Gerade die amerikanischen Caster besitzen einen gewissen Kultfaktor, weil sie schon seit vielen Jahren alle offiziellen Turniere kommentieren und sie mit einer Portion Humor und Entertainment unterstreichen. 

Ein bekanntes Beispiel ist Christopher „MonteCristo“ Mykles. Er kommentierte viele Jahre lang die südkoreanischen Turniere und war für seinen schrägen Humor, aber auch der exzellenten Analyse der südkoreanischen Trainingsbedingungen und des Gameplays bekannt. Er war ein klassischer Allrounder, der von vielen Zuschauern geschätzt wurden. Er selbst war nie ein professioneller Spieler und sagte selbst, dass er einen niedrigen Rang im Game besitzt. Trotzdem hat er sich bewiesen und war unverzichtbarer Bestandteil des Casting-Teams. Jedenfalls bis zum Bruch mit Riot Games. Aufgrund der internen Schwierigkeiten wurde MonteCristo von Riot Games nicht mehr gebucht und er wandte sich von League of Legends ab. Zum jetzigen Zeitpunkt ist er Caster bei Overwatch.

Das zweite bekannte Gesicht aus der League of Legends-Szene ist Mitch „Krepo“ Voorspoels. Er selbst spielte viele Jahre für europäische Teams und ist in seiner Pro Player-Rolle aufgegangen. Eines Tages entschied er sich jedoch, seine aktive Spielkarriere an den Nagel zu hängen und wurde Caster. Er war aus dem europäischen Moderatorenteam nicht mehr wegzudenken. Nach einigen Sex-Skandalen zog er sich jedoch aus der Öffentlichkeit zurück und wurde eSport-Coach bei Schalke 04. Bis heute hat er dieses Amt inne. 

 

Ausblick auf Teil 2 

Im nächsten Special werde ich auf die weiteren Karrierewege eingehen, die nicht jeder direkt in dem Bereich vermutet. Ich möchte nicht zu viel verraten, deswegen schaut rein, wenn ich im nächsten Special darüber berichte.

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4 Replies to “Karriere im eSport – Teil 1”

    1. Hallo Tina,

      danke für das liebe Feedback! Ja, dass stimmt, es gibt wirklich viele Möglichkeiten, aus denen jeder wählen kann, der in dieser Branche Fuß fassen möchte.

      Liebe Grüße,
      Mandy

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