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Special – eSport in Südkorea – Teil 2 Training

Special – eSport in Südkorea – Teil 2 Training

Letzte Woche habe ich euch ein wenig in die südkoreanische Kultur entführt. Diese Woche widme ich mich dem asiatischen Training und vergleiche diese mit den westlichen eSport-Bedingungen. Viel Spaß beim Lesen!

 

Hartes Training in Südkorea

Vor allem eins prägt die südkoreanische eSport-Mentalität: Gaminghäuser, in denen die Pro Player leben und trainieren. Mehrbettzimmer stellen dabei keine Ausnahme dar. Auf der ganzen Welt wurde dieses Konzept übernommen. Der Sinn und Zweck dahinter ist relativ simpel: die Förderung des Teamzusammenhalts und gemeinsames Training. Das verbessert die gegenseitigen Absprachen und verhilft den Teams zu möglichen Siegen. 

Leider hat das Konzept auch einige Schattenseiten. Der berühmte Lagerkoller kommt auch bei professionellen Pro Playern zum Tragen. Das ist zum einem dem jungen Alter der Spieler zu schulden als auch den harten Bedingungen in Südkorea. 

Die etablierten Trainingszeiten sind in Blöcken unterteilt. Es hat sich bewährt, zwei Blöcke am Tag zu veranstalten. Einer findet am Vormittag, der andere am Nachmittag statt. Dazwischen haben die Spieler mal eine kurze Pause beim Mittagessen. Ein Trainingstag umfasst dabei meist bis zu 14 Stunden. Das beinhaltet theoretische Aufarbeitung der Materie als auch die Praxis im Game selbst. Nach den Trainingszeiten kommt es aber oft vor, dass die Spieler weiter üben. Der Leistungsdruck ist hoch und sie wollen ihren Platz im Team nicht verlieren. Oft trinken die Pro Player Vitamin-Drinks, damit sie mit genügend Nährstoffen versorgt werden.

 

Pro Player und Freundinnen – Ist das erlaubt?

Pro Player müssen in Südkorea auf Damenbesuch und Freundinnen verzichten. Es könnte ja ihrem Training schaden. (Bildquelle: Pexels)
Pro Player müssen in Südkorea auf Damenbesuch und Freundinnen verzichten. Es könnte ja ihrem Training schaden. (Bildquelle: Pexels)

Auch Pro Player wünschen sich körperliche Nähe, Zuneigung und Liebe. Gerade im jugendlichen Alter will man die ersten Erfahrungen sammeln. Wer aber professionelles Gaming in Südkorea betreibt muss darauf wohl verzichte. Damenbesuch ist streng verboten. Doch wieso ist das so?

Als Begründung wird immer wieder der Aufmerksamkeitsverlust und die Ablenkung genannt. Pro Player sollen sich voll und ganz auf ihre Karriere fokussieren und nicht ihre Kraft in andere Dinge investieren. Außerdem besteht Verletzungsgefahr. Die Möglichkeit besteht, dass sie sich beim Liebesspiel verletzen und damit für das Team ausfallen. Ganz zu schweigen von Liebeskummer nach einer Trennung. All das wollen die Organisationen nicht riskieren und verbieten Damenbesuch. In manchen Orgas wird das ein wenig lockerer gehandhabt. Wer erfolgreich ist und das Team zu wichtigen Siegen verhilft, darf eine Freundin haben. Sollte die Leistung jedoch einbrechen, wird dem aber wieder ein Riegel vorgeschoben. 

In anderen Ländern wird das lockerer gehandhabt. In Europa gab es sogar schon kleine Sex-Skandale in der League of Legends-Szene. Der Streamer Gross Gore lud zwei Frauen zu den EU LCS Spring Finals ein. Das Hotel und der Abend ging auf seine Kosten. Er erhoffte sich dafür ein „nettes Arrangement“ mit einer Frau. An dem Abend lernten sie ebenfalls die Pro Player Rekkles und Febiven kennen. Eine etwas unerwartende Wendung fand daraufhin statt. Gross Gore saß zuletzt alleine im Hotel, während sich die beiden Frauen mit den Pro Playern vergnügten. (Quelle: Summoners Inn) Es war nicht der erste Fall, der publik wurde. Der ehemalige Pro Player und Caster von League of Legends, Krepo, wurde in der Vergangenheit immer wieder beschuldigt mit minderjährigen Frauen zu verkehren. Zwei Fälle wurden bekannt. In dem letzten Fall stellte sich aber heraus, dass er seine ausgewählte Dame für diese eine Nacht sogar explizit nach dem Alter befragte. Sie log und gab an, dass sie über 18 Jahre alt ist. Die Realität sah jedoch anders aus. In Wahrheit war sie erst 15 Jahre alt. Im Internet existieren zudem noch explizite Fotos von ihm, die er Frauen schickten. Diese Skandale ruinierten zu guter Letzt seine Karriere. In Südkorea ist sowas hingegen unvorstellbar.

 

Meine Meinung zum Training in Südkorea

Es ist nicht einfach in Südkorea ein Pro Player zu sein. Man verpasst seine Jugend, weil man den ganzen Tag zum Spielen verdammt ist und lebt ein karges Leben. Dafür erhalten die Pro Player exklusive Werbedeals, werden reich und berühmt. Nicht jeder ist für diesen Lebensstil geschaffen und man sollte abwägen, ob man so einen Lebensstil wirklich führen will. 

Die Trainingszeiten sind hart, der Leistungssdruck ist enorm und es bleibt nur wenig Zeit für die Ausübung anderer Hobbies. In westlichen Gefilden wird der Pro Player nicht so dermaßen hart getrimmt. Sie spielen zwar ebenfalls sehr viel, haben aber noch genug Freizeit. Partnerinnen sind auch keine Seltenheit. 

In meinen Augen ist es wichtig, dass Menschen auch noch Zeit für ihr Leben haben müssen. Pro Player in Asien haben dies durch ihr Training einfach nicht. Die Gesellschaft in asiatischen Ländern ist geprägt vom Leistungssdruck und jeder will ein Stück vom Kuchen ab haben. Darunter leidet dann die eigene Individualität und das Ausleben von Interessen, Hobbies oder auch der Sexualität. Hauptsache der Mensch ist erfolgreich, koste es was es wolle. Das wäre definitiv nicht mein Lebensstil.

 

Das war der zweite Teil meiner Special-Reihe! Habt ihr noch Fragen, Anmerkungen oder Themenwünsche? Wenn ja, schreibt es mir in den Kommentaren! 

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Schon in der Kindheit mit Games angefixt, wildere ich seit einiger Zeit in der eSport-Szene. Hearthstone, League of Legends und CS:GO sind meine Jagdreviere, in denen ich aktiv bin. Dennoch verfolge ich die gesamte eSport-Landschaft auch gerne passiv als Zuschauer. Mein größter Traum ist, einmal die Stimmung vor Ort in Katowice zur IEM einzufangen und mitzuerleben.

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